Digitalisierung in der Lieferkette – auf in den nächsten Level!

 In Prozessoptimierung, RFID

Sie müssen kein Internet-der-Dinge-Architekt sein, um auch in Ihrer rein physischen Supply Chain von der Digitalisierung zu profitieren. Auch entlang einer digitalen Lieferkette gibt es noch Distributionszentren, Lastwagen und Europaletten. Aber möglicherweise sind Ihre Lagerbestände und Transportkosten dank digitaler Supply Chain geringer. Eventuell verkaufen Sie auch weniger Frühjahrsmode unter Einkaufspreis, weil Sie sie vor der ersten Hitzewelle nichts abgesetzt haben. Denn Digitalisierung bedeutet vor allem mehr Informationen und weit größere Möglichkeiten, Ihre gesamte Wertschöpfungskette zu optimieren. Gestalten Sie Ihre Kostenstruktur günstiger und Ihre Verkaufsangebote marktgerechter – das bieten Ihnen die neuen, inzwischen bezahlbaren und ausgetesteten Technologien.

 

Was versteht man unter Digitalisierung in der Lieferkette?

Stellen Sie sich eine Weltkarte vor, auf der an all Ihren Einkaufs-, Produktions-, Distributions- und Verkaufsstandorten kleine Lichter blinken. Diese stellen Ihre Rohstoffe und Fertigprodukte dar sowie die Information, wie viele von ihnen sich jeweils wo befinden – in Echtzeit. Diesen Überblick ermöglicht Ihnen die Digitalisierung in den Lieferketten, also die Vernetzung Ihrer Warenströme.

 

Sender und Leser

Konkret bedeutet das, dass die physischen Waren mit Sensoren, also zum Beispiel einem RFID-Tag, ausgestattet sind. Die Informationen auf diesem Chip können von verschiedenen Lesern, die entlang der Lieferkette stationiert sind, ausgelesen werden. Auf diese Art und Weise bekommen Sie ständig aktualisierte Daten über den Verbleib Ihrer Waren in Echtzeit. Hierbei entscheiden Sie selbst und gemeinsam mit Ihren Partnern, in welchen Abständen Sie die Sensoren auslesen lassen wollen. Ein flexibler Parameter ist auch, ob jedes einzelne Kleidungsstück über einen Chip verfügen soll.

 

Digitalisierung lässt sich im Prinzip ganz vom Einkauf des Rohstoffes bis zum Point of Sale des Fertigproduktes betreiben. Aber auch eine unterteilte Digitalisierung, eine Auswahl von Zwischenschritten in Ihrer Supply Chain, kann relevant sein. Es kann je nach Situation auch sinnvoll sein, sich auf die teuersten oder in der Fertigung unsichersten Produkte zu konzentrieren. Was in Ihrem Unternehmen mit Ihren individuellen Anforderungen am besten funktioniert, kann ein Fachmann mit Ihnen gemeinsam herausfinden.

 

digitale Erfassung erleichtert die Übersicht über das Lager

Digitale Erfassung im Lager

Auswertung der gesammelten Daten

All die gesammelten Informationen können einen großen Nutzen in vielen Teilen Ihres Unternehmens bieten, wenn sie zielgerichtet ausgewertet und weiterverwendet werden. Dabei ist Ihnen die richtige Software behilflich. Sie können mit dieser Analyse sowohl Ihre Lieferkette besser, schneller und kostengünstiger gestalten, als auch Ihre Sortimentsauswahl und Ihr Marketing. Auf diese Weise ist die Digitalisierung der Lieferkette zum Selbstzweck schon ein Plus, kann aber durchaus weitreichende andere Vorteile im gesamten Unternehmen entfalten.

Statten Sie beispielsweise jedes einzelne Kleidungsstück von Produktion bis Endverkaufspunkt mit einem Sensor aus, dann können Sie damit nicht nur den Weg dieses Exemplars von der Maschine bis zum Kunden verfolgen, sondern auch nachvollziehen, wie schnell es in die Einkaufstüte eines Kunden gewandert ist. Je nach Situation kann man sich auch Lesegeräte in Umkleidekabinen vorstellen und vermerken, wie viele „Retouren“ das jeweilige Stück hatte, bevor es verkauft wurde. Damit kann man eventuell Rückschlüsse auf Passform und Kombinationsvarianten ziehen. Den Möglichkeiten sind keine Grenzen gesetzt, wenn erst eine relevante Datengrundlage vorliegt.

 

Wie funktioniert die Digitalisierung in der Lieferkette?

Die Automatisierung erfordert im Prinzip drei Bestandteile:

  • Sensoren, die Daten einsammeln
  • Lesegeräte, die die Daten auslesen
  • Software, die diese Daten verarbeiten kann

Größer gestaltet sich jedoch oft der Einfluss der sogenannten „weichen“ Faktoren: Dazu gehören die Veränderungsbereitschaft der Mitarbeiter, die Beziehungen zu Lieferanten oder die Kooperationswilligkeit der Transportpartner. Wenn es gelingt alle Komponenten zu vereinen, funktioniert Digitalisierung nahtlos und verspricht umfangreichen Nutzen.

Die Anforderungen des Kunden stehen im Fokus aller Prozesse.

Auswahl und Implementierung

Von enorm großer Bedeutung ist, dass Sie Ihren Bedarf – eventuell gemeinsam mit einem Fachberater – genau ermitteln. Das Angebot an verschiedenen Technologien ist so riesig, dass man ohne strukturierte Herangehensweise nur schwer den geeignetsten Lieferanten findet. Es gibt mittlerweile viele Referenzprojekte, aus deren Erfahrungen man auch in der Bekleidungsindustrie profitieren kann. Entscheidet sich Ihr Unternehmen für RFID-Chips in allen hochwertigen Kleidungsstücken, ist es wichtig, dessen Eigenschaften und Kosten genau zu verstehen.

 

Ein solcher Sensor kann passiv sein und damit nur von externen Geräten ausgelesen werden. Er kann auch aktiv sein und damit selbst senden. Bei der Analysesoftware ist das Spektrum ebenfalls sehr breit aufgestellt. Von der weitgehend als Standard angesehen Excel-Tabelle bis zur Business Intelligence Suite müssen Sie das richtige Instrument finden. Nach einer qualifizierten Auswahl muss ein qualifiziertes Projektteam die Veränderungen implementieren. Über die technische Seite des Projektes hinaus müssen Einigungen mit Lieferanten und Spediteuren und 3rd Party Partnern erzielt werden. Und auch innerbetrieblich verlangt diese Transformation eine sorgfältige Entwicklungsarbeit.

 

Verankerung im Betrieb

Bei einer solchen Automatisierung, wie der Digitalisierung von Lieferketten, werden Aufgabenbereiche und Rollen von Menschen verändert. Beispielsweise wird ein Mitarbeiter aus dem Kundenservice nach einer derartigen Transformation viel häufiger zu Tastatur und Maus greifen, als zum Telefon.Diese Umstellung muss organisatorisch und führungstechnisch geleistet werden. Es entstehen möglicherweise neue Anforderungsprofile und die Weiterbildung von erfahrenen Mitarbeitern steht ebenfalls an. Auch wenn das Projekt im Supply Chain Bereich beginnt und hauptsächlich durchgeführt wird, kann es im ganzen Betrieb genutzt werden. Das bedeutet, dass auch andere Abteilungen und die Führungsebene Bescheid darüber wissen müssen, was nun möglich ist. Und nicht zuletzt muss die digitale Lieferkette möglichst störungsfrei funktionieren. Gerade am Anfang ist es wichtig, deren Funktion ständig zu überwachen. Die gewünschten Informationen sollen in der richtigen Form, zum richtigen Zeitpunkt und mit dem richtigen Inhalt ankommen.

Prozessdokumentation mit professionellen Flowcharts und Aufgabenmatrix.

Die Analyse ist die Grundlage jedes KVP Prozess


Zweckmäßige und zielgerichtete Analyse

Liegen alle Daten vor, können Sie mit dem „spannenden“ und wertschöpfenden Teil der Analyse beginnen. An diesem Punkt können Sie die oben erwähnte Weltkarte Ihrer Lieferketten erstellen, ob grafisch oder in Zahlen. Diese Aggregationen dienen entweder als Kennzahlen dafür, wie gut Ihr operatives Geschäft funktioniert oder als Entscheidungsgrundlage für Unternehmensentwicklung. Diese Daten liefern auch Antworten auf Fragen aus der Entwicklung oder dem Marketing. Wo sonst spüren Sie Verkaufstrends so früh auf, wie in den Bewegungsdaten jedes einzelnen Ihrer Produkte?

Diese Vorteile bringt die Digitalisierung in der Lieferkette

Inzwischen ist weltweit von einer vernetzten „Industrie 4.0“ die Rede. Digitalisierung ist kein Trend, sondern eine neue Art und Weise zu produzieren und zu handeln. Nun stellt sich nicht mehr die Frage, ob man als Unternehmen an der Digitalisierung teilnehmen möchte oder nicht. Die Frage ist vielmehr wann. Es ist der Weg in die Zukunft. Die Vernetzung von Dingen und Informationen bietet schon jetzt weitreichende Vorteile, auch für traditionelle Produktions- und Handelsunternehmen in der Bekleidungsindustrie.


Transparenz über Ihre Warenströme

Ein RFID-Sensor ermöglicht es Ihnen, Ihre Waren viel genauer als jemals zuvor zu lokalisieren. Je nachdem, ob Sie auch schon Rohstoffe, Batches von Fertigwaren oder einzelne fertige Kleidungsstücke überwachen, wissen Sie mit Chips mehr. Da Ihre Point of Sale-Daten nun auch viel genauer und in Echtzeit überliefert werden, lassen sich hier schneller Trends erkennen. Sie sind nun in der Lage diese Erkenntnisse mit der aktuellen Produktion der nächsten Kollektion zu verbinden und wissen nun zum Beispiel schon mehrere Wochen als nach traditioneller Art, dass im kommenden Sommer beispielsweise großformatige Blumen oder mehrfarbige Streifen angesagt sein werden.

 

Nun können Sie eine bestimmte Serie Ihrer Sommerkollektion beim Verschiffen ab Fabrik verorten, sobald Sie aus den Maschinen gekommen ist. So können Sie Ihr Marketing viel genauer planen und eventuell auch noch einmal schnell die Transportmethode ändern. Denn stellt sich das Sommerwetter vier Wochen früher ein als gedacht, könnte es sich lohnen, die Bikinis einfliegen zu lassen, anstatt auf das Containerschiff zu warten.


Beste Voraussetzungen für Prozessoptimierung

Mit all diesen Informationen lassen sich nun diverse Analyse-Werkzeuge in die Hand nehmen. Mit großer Sicherheit und Datengenauigkeit können Sie Ihre Wertschöpfungsketten darstellen und kennen Ihre Datenpunkte genau.

KVP Prozesse sind Bestandteile von optimierten Prozessen und das Resultat aus guten AQL Kontrollergebnissen.

Wiederkehrende Optimierungen bringen optimale Prozesse

Die Verbesserung der Prozesse entlang Ihrer Lieferkette ist der logische nächste Schritt. Durchlaufzeiten bei Bestellung, Produktion und Transport lassen sich verkürzen. Die Bestellmengen lassen sich optimieren. Auch Produktentwicklung, Marketing und Vertrieb können den Datenreichtum nutzen. Vertrieb kennt die Absatzstrukturen und Verkaufsmuster viel besser und nach kürzerer Zeit, während Supply Chain die Lieferzeiten akkurater simulieren kann. Treffen diese Informationen aufeinander, kann Ihr Unternehmen in kürzerer Zeit gefragtere Kollektionen produzieren. Dies ist ein echter Marktvorteil.


Kostenersparnis

Die Fähigkeit schneller auf Nachfrage zu reagieren und Ihre Liefersituation vollständig zu überblicken birgt große Wettbewerbsvorteile. Sie geben weniger Überproduktion auf den Maschinen in Auftrag, also Waren, die der Markt nicht wünscht. Darüber hinaus schaffen Sie sich die Möglichkeit einen weit effizienteren Kundendienst zu leisten. Schriftliche und telefonische Nachfragen nach beispielsweise Lieferterminen werden durch ein Nachschlagen in der Datenbank ersetzt. Ihre Mitarbeiter können Sie auf Knopfdruck am Bildschirm finden. Alle Informationen sind bereits vorhanden sowie zentral gespeichert und verkürzen damit die Bearbeitungszeit von Anfragen. Und Sie erkennen frühzeitig Modetrends an den Point of Sale-Verkäufen in Echtzeit, die teilweise aufwändige Marktuntersuchungen ersetzen können.

 

Was muss man bei der Digitalisierung in der Lieferkette beachten?

Digitalisierung in der Lieferkette ist nicht die Antwort auf alle Herausforderungen eines Unternehmens. Oft lassen sich viele Probleme lösen, indem man die bestehenden Prozesse – digital oder analog – genau untersucht und verbessert oder verkürzt. Ist Ihr Unternehmen aber bereit für den nächsten Schritt, dann überlegen Sie, was Sie sich von der digitalen Transformation versprechen. Wenn Sie Ihr Ziel kennen, finden Sie ganz sicher auch die geeignete Digitalisierung, um Sie auf Ihrem Weg zu unterstützen.

 

Wie digitalisierungsreif sind Ihre Prozesse?

Damit eine digitalisierte Lieferkette reibungslos abläuft, bedarf es einer sorgfältigen Planung und dem genauen Durchgang bei jedem einzelnen relevanten Prozess. Eine Digitalisierung allein macht Ihre Supply Chain nicht besser oder schneller. Vielmehr ist es empfehlenswert, die bestehenden Prozesse vor Investitionen in neue Technik und Software gründlich anzuschauen und Verbesserungspotenzial zu identifizieren. Auf diese Weise vernetzen Sie nur, was schon gut funktioniert und vermeiden umständliche Übergangslösungen.


Kosten und Nutzen der Technologien

Haben Sie sich für die digitale Transformation Ihrer Supply Chain entschieden, werden Sie zweifellos großen Nutzen ernten. Doch nicht jede Technologie ist für jede Lösung geeignet. Kosten für technische Lösungen spannen weiterhin sehr breit. Auch das Projekt „Digitalisierung in der Lieferkette“ belastet mit den vielen Manntagen das Budget. Fast automatisch folgt nach der Implementierung die Weiterbildung vieler Mitarbeiter. Daher ist es wichtig genau zu überlegen und wenn möglich zu berechnen, welcher Nutzen welchen Kosten gegenübersteht. Es bietet sich an mit einem kleineren Pilotprojekt zu starten. Hier können Technologie und die erwarteten Vorteile getestet werden, bevor Ihr Unternehmen Investitionen in eine Komplettlösung tätigt.


Welche Mittel für welchen Zweck?

Digitalisierung bietet Ihnen eine wirkungsvolle und breit gefächerte Werkzeugkiste. Wenn Ihr Problem jedoch einen Hammer verlangt, können Sie es mit einer Kneifzange nicht lösen. Deshalb ist es zuerst immer sinnvoll zu definieren, welches Ziel man erreichen möchte, bevor man sich auf ein Lösungsmittel festlegt. Kann der neue Geschäftszweig auch mit dem Wissen kompetenter Mitarbeiter aufgebaut werden oder muss zuerst die gesamte Lieferkette digitalisiert sein? Müssen Sie die Anlieferungen eines zuverlässigen Lieferanten stückgenau mit RFID-Chips überwachen oder reicht hier Vertrauen und gute Erfahrung? Die Transformation in digitales Arbeiten ist ohne Zweifel ein wachsendes und nicht zu umgehendes Phänomen. Es kann und muss aber nicht unbedingt jede bestimmte Herausforderung zu jedem beliebigen Zeitpunkt lösen.

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